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Neue Kampagne für ein EU-Lieferkettengesetz: Espinar kann nicht warten!

Laut Amnesty International sind 78 Prozent der Bevölkerung, die rund um die Antapaccay-Mine in Espinar, Cusco, lebt, mit Schwermetallen in ihrem Körper kontaminiert, mit den daraus resultierenden physischen und neurologischen Schäden. Ursache ist der Abbau von Kupfer, wichtigster Rohstoff für neue Technologien und Energiewende. In diesem Sinne haben Unternehmen, die sich hauptsächlich der Ausbeutung dieses Metalls widmen, eine hohe Wachstumsprognose für das kommende Jahrzehnt. Unter ihnen sticht das Schweizer Unternehmen Glencore hervor. Glencore ist seit einem Jahrzehnt in Espinar (Cusco) präsent und plant, seine Geschäftstätigkeit für weitere 35 Jahre durch ein neues Projekt zu verlängern: Coroccohuayco.

Gestern startete eine neue Kampagne, die von einem Bündnis von peruanischen und europäischen Organisationen unterstützt wird, unter anderem der Kampagne Bergbau Peru. Die Kampagne zielt darauf ab, ein wirksames Europäisches Lieferkettengesetz zu fordern. Ein Gesetzesentwurf wird derzeit im Europäischen Parlament diskutiert.

Espinar hingegen lebt in einer sehr schwierigen Situation: 36 Prozent der Bevölkerung haben keinen Strom, 63 Prozent leben ohne Zugang zu Gesundheitsdiensten, 79 Prozent der Familien haben eine geringe Schulbildung. Hinzu kommt die seit 2012 angeprangerte Kontamination von Wasser und Boden, die sie, ihre Tiere, ihr Land krank macht und Espinar zu einem Gebiet permanenter sozialer Konflikte macht.

Die Bevölkerung von Espinar braucht ein Gesetz, das ihnen hilft, ihre Grundrechte zu schützen und zu respektieren, vor allem ihre Gesundheit, die durch die bestehende Umweltverschmutzung beeinträchtigt wird; ein Gesetz, das hilft, die negativen Umweltauswirkungen des Bergbaus zu mildern und zu verhindern, und den Betroffenen rechtliche Instrumente an die Hand gibt, um nach vielen Jahren Untätigkeit von Unternehmen sowie des peruanischen Staates endlich Zugang zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für Schaden zu erlangen.

In den nächsten zwei Monaten werden wir die Kampagne mit Artikeln und weiteren Videos begleiten.